Einzelspiel Final:
Nikolay DAVYDENKO (RUS)
schlägt
Juan MONACO (ARG)
6:2, 2:6, 6:2

Doppelspiel Final:
Marcelo MELO (BRA) / Andre SA (BRA)
schlägt
Julian KNOWLE (AUT) / Jurgen MELZER (AUT)
7:5, 6:7(3), 13:11
Headlines - 24. Mai, 2008 18:00 Uhr
Das Hypo Group Tennis International 08,
presented by bet-at-home.com, feierte am
Samstag einen spannenden Finaltag
mit beiden Endspielen auf dem Centre Court
Die Nr. 1, Nikolay Davydenko (RUS), entthront
Titelverteidiger Juan Monaco aus Argentinien
in drei Sätzen mit 6:2,2:6 und 6:2 und gewinnt
das Turnier zum dritten Mal nach 2005 und 2006
Die Brasilianer Marcelo Melo/Andre Sa besiegen
in einem spannenden Doppel-Finale die
Österreicher Julian Knowle/Jürgen Melzer
mit 7:5,6:7(3) und 13:11 (Champions Tie-Break)
Zwischen den Finali sahen die Fans ein
unterhaltsames Doppel mit den Tennis-
Legenden Guillermo Vilas und Hans Kary,
sowie zwei Kärntner Nachwuchstalenten

Heute, Samstag, fand auf dem Centre Court der Werzer Arena in Pörtschach der große Finaltag des Hypo Group Tennis International 08, powered by bet-at-home-com, statt. Und das Wetter meinte es endlich einmal gut mit dem diesbezüglich geplagten Turnierdirektor Ronnie Leitgeb, den Zuschauern und natürlich den Spielern. Strahlender Sonnenschein machte den Abschluß des Turniers zum Tennisfest.

Den Auftakt machte das Doppelfinale um 12 Uhr zwischen den an Nr. 1 gesetzten Brasilianern Marcelo Melo/Andre Sa und ihren Kontrahenten aus Österreich, US-Open-Sieger Julian Knowle (mit Simon Aspelin) und Jürgen Melzer. Die beiden Südamerikaner waren heuer schon im Semifinale von Memphis gestanden und hatten das Turnier in Costa do Sauipe gewonnen, während Knowle und Melzer erst seit kurzem wieder gemeinsam Doppel spielen. Dies merkte man dem Spiel der beiden Österreicher im ersten Satz aber nicht an. Nach frühem Break und Re-Break entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, bis ausgerechnet US-Open-Sieger Knowle sein Service zum 5:7 abgeben musste. Auch der zweite Satz zeigte ausgeglichenes, wenn auch nicht immer hochklassiges, Tennis. Als Knowle bei 5:6 einen Matchball abwehrte, begannen die Österreicher aber groß aufzuspielen und gewannen das anschließende Tie-Break überlegen mit 7:6(3). Doch das entscheidende Champions Tie-Break entschieden dann Melo/Sa nach hartem Kampf mit 13:11 für sich und krönten sich zu den Doppel-Siegern von Pörtschach.
Jürgen Melzer zog nach dem Spiel Bilanz: „Wir haben eigentlich sehr gut gespielt. Das Tie-Break im zweiten Satz war das beste Tennis, das wir je zusammen gespielt haben. Wenn man dann im Champions Tie-Break so knapp verliert, ist das dann Pech. Aber ich bin froh, dass ich hier in Pörtschach gespielt habe, denn das hat mit aus dem Tief der letzten Wochen herausgeholt – auch wenn ich natürlich enttäuscht bin, dass wir das Finale nicht gewonnen haben. Morgen werde ich dann nach Paris fliegen, wo ich mit Alexander Peya spielen werde, während Julian zu seinem Stammpartner Simon Aspelin zurückkehrt.“

Im mit Spannung ertwarteten Finale traf die Nr. 1 des Turniers, Nikolay Davydenko (RUS), auf den argentinischen Titelverteidiger, gleichzeitig die Nr. 2, Juan Monaco. Zwar war Davydenko als Nr. 4 der Welt gegenüber Monaco, der zehn Plätze hinter ihm rangiert, von der Papierform her zu favorisieren, doch letztes Jahr hatte der Argentinier den Russen im Viertelfinale von Pörtschach in drei Sätzen aus dem Turnier geworfen. Das schien auch der Ukrainer nicht vergessen zu haben, denn er begann energisch und beherrschte Monaco vom ersten Ballwechsel an, was gleich ein Break im ersten Aufschlagspiel des Argentiniers zur Folge hatte. Nach einem weiteren Break zum 4:1 servierte Davydenko dann zum 6:2 Satzgewinn aus.

Zu Beginn von Satz zwei musste der Russe sich am linken Oberschenkel behandeln lassen und spielte mit einer Bandage weiter. Monaco nutzte die leichte Behinderung seines Gegners aus, schaffte zwei Breaks (zum 2:0 und 4:0) und gewann den 2. Satz trotz eines Re-Breaks von Davydenko zum 4:1 schließlich sicher mit 6:2. Doch der Mann aus Severodonezk kämpfte, wie man es von ihm gewohnt ist, weiter und fand ins Match zurück, während Juan Monaco immer mehr den Faden und das Selbstvertrauen verlor. Nach zwei Breaks im dritten Satz und insgesamt 2 Stunden 5 Minuten hatte Nikolay Davydenko den Titelverteidiger entthront und sich selbst mit 6:2,2:6 und 6:2 nach 2005 und 2006 zum dritten Mal zum Champion des Hypo Group Tennis International gekrönt.

Ein glücklicher Nikolay Davydenko sagte nach dem Triumph: „Es hat sich alles im Kopf abgespielt. Im ersten Satz habe ich super gespielt, dann aber Probleme mit dem Oberschenkel bekommen, die mich mehr mental beschäftigt haben, als körperlich. Ich bin sehr froh, vor den French Open ein solches Turnier gewonnen zu haben. Das stärkt das Selbstvertrauen und gibt mir auch dementsprechende Kraft. Jetzt habe ich hier drei Mal gewonnen. Nächstes Jahr werde ich wieder kommen – und hoffe auf ein viertes Mal.“
Erschöpft erklärte Juan Monaco den Grund für seine Niederlage: „Ich habe mich beim Einschlagen am Finger verletzt und habe zumindest im ersten Satz darunter gelitten. Der zweite Satz war dann okay, im dritten war ich aber relativ müde. Niko hat mir ziemlich hin und her gehetzt. Ich habe alles versucht, aber es war einfach nicht mehr drinnen. Trotzdem war diese Vorbereitungswoche in Pörtschach für Paris sehr wichtig.“

Zwischen den beiden Finalspielen gab es sozusagen den Höhepunkt vor dem Höhepunkt. Die argentinische Tennis-Legende Guillermo Vilas – vierfacher Grand Slam-Sieger und 62-facher Turniersieger – betrat gemeinsam mit dem ewigen Kärntner Tennis-Idol Hans Kary den Centre Court. Unter dem Beifall der Zuschauer fand nun ein unterhaltsames Doppel statt, bei dem die ehemalige Nr. 2 der Welt an der Seite des 15-jährigen Kärntner Nachwuchstalents Patrick Ofner spielte, während Hans Kary dem ebenso talentierten Jason Peter Platzer (13 Jahre) Beistand leistete – und somit den beiden Burschen die Möglichkeit geboten wurde, erstmals die Luft eines ATP-Centre Courts zu schnuppern. Und das gleich neben zwei Tennis-Legenden.

Headlines - 24. Mai, 2008 13:00 Uhr
Bilanz von Turnierdirektor Ronnie Leitgeb über die
15. Auflage des Hypo Group Tennis International,
presented by bet-at-home.com, in Pörtschach

Noch vor dem Beginn der Finalspiele zog Turnierdirektor Ronnie Leitgeb heute seine Bilanz über die 15. Auflage des Hypo Group Tennis International, presented by bet-at-home.com, in Pörtschach

„Mit dem Regen hatten wir fast in der ganzen Turnierwoche einen echten Spielverderber. Schlechter hätte das Wetter nicht mehr sein können. Dass wir dennoch den Zeitplan einigermaßen einhalten konnten, grenzt fast an ein Wunder. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten, bei der ATP, bei den Spielern, bei unserem Team, aber auch bei den Medien und den Zuschauern sehr herzlich bedanken. Der heurige Besuch blieb damit natürlich auch unter den Erwartungen. Eine genaue Ziffer können wir erst nach Abrechnung der Vorverkaufsziffern bekannt geben. Tatsache ist aber, dass wir von den verkauften Karten vor Ort besser gelegen sind, als im Vorjahr. Wir haben in diesem Jahr auch keine Gratisaktionen mehr durchgeführt.

Sportlich bin ich mit dem Turnier mehr als zufrieden. Wir haben viele sehr gute Spiele gesehen. Die Nr. 1 und die Nr.2 der Setzliste sind ins Finale gekommen – das ist immer das Beste was einem Turnier passieren kann. Jürgen Melzer konnten wir im Hinblick auf Paris helfen, etwas aus seinem Tief heraus zu kommen.

Was die Zukunft des Turniers betrifft, wurde die ganze Woche über sehr viel geredet und auch geschrieben. Sicher ist, es wird in den nächsten Wochen und Monaten sehr viele Verhandlungen geben. Dabei steht eine Tennisgesamtlösung im Vordergrund, in die man auch den Daviscup und den FED Cup einbinden muss. Diesbezüglich gibt es auch Kooperationsgespräche mit ÖTV Präsident Prof. Dr. Ernst Wollner. Als Kärntner Tennispräsident bin ich, was die Zukunft des Turniers betrifft, natürlich an einer Kärntner Lösung interessiert.“

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